Jubiläum
Eventdesign im Gürzenich Köln: Wie man eine historische Location für 1.500 Gäste gestaltet
Wie wir mit warmen Farben, Floristik und ausgewähltem Mobiliar den Gürzenich Köln für 1.500 Gäste gestalteten und seine historische Architektur in das Eventdesign einbezogen.

Wie gestaltet man eine der bekanntesten historischen Eventlocations Kölns für rund 1.500 Gäste, ohne ihren eigenen Charakter zu überdecken?
Bei einem 70-jährigen Jubiläum im Gürzenich Köln war genau das eine unserer zentralen Aufgaben.
Die Location bringt bereits starke Architektur, große Säle, imposante Treppen und unterschiedliche Raumwelten mit. Unser Ziel war deshalb nicht, daraus etwas völlig Neues zu machen.
Wir wollten eine Atmosphäre schaffen, die verschiedenen Bereiche miteinander verbindet und gleichzeitig die Geschichte des Jubiläums sichtbar machen.

Eventdesign beginnt mit dem Raum
Große Räume verführen schnell dazu, sie mit möglichst vielen Elementen füllen zu wollen.
Wir verfolgen einen anderen Ansatz. Nicht die Menge entscheidet, sondern die Wirkung.
Für das Jubiläum entwickelten wir eine warme Farbwelt aus Creme, Senfgelb, Altrosa, Braun und dunklem Grün. Das Farbkonzept sollte bewusst gemütlich wirken, zur herbstlichen Jahreszeit passen und eine gute Ergänzung zur Hauptfarbe - einem klassischen Rot - sein.
Floristik, große Pflanzen im Eingangsbereich, Textilien, Teppiche, Licht und ausgewähltes Mobiliar ergänzten die historische Architektur, statt mit ihr zu konkurrieren.

Der erste Eindruck entsteht lange vor dem Festsaal
Bereits der Eingangsbereich wurde Teil des Eventdesigns.
Ein, extra für das Event verlegter, roter Teppich führte die Gäste über die zentrale Treppe ins Gebäude. Große Olivenbäume brachten Gemütlichkeit in das Foyer. Fahnen, Monitore und Beschilderungen ergänzten das Gesamtbild.
Dabei hatten die Elemente nicht ausschließlich eine gestalterische Aufgabe.
Sie halfen gleichzeitig bei der Orientierung.
Das ist für uns ein wichtiger Bestandteil guten Eventdesigns: Gestaltung darf nicht im Weg stehen. Im besten Fall löst sie sogar ein funktionales Problem.

Geschichte wird zum Gestaltungselement
Ein 70-jähriges Jubiläum bietet etwas, das man nicht künstlich produzieren kann: Geschichte.
Statt diese ausschließlich auf einer Bühne oder in einer Präsentation zu erzählen, wollten wir sie in den Raum holen.
Dafür besuchten wir in der Planungszeit des Jubiläums das historische Archiv des Kunden und stöberten in Jahrzehnte alten Fotos, Portraits und Dokumenten. Wir wählten historische Bilder, Portraits und Dokumente aus und integrierten diese in die Gestaltung des Marsiliussaals. Auf vier großen Stellwänden präsentierten wir unter anderem 16 Bilderrahmen mit historischen Persönlichkeiten und Dokumenten. Pflanzen ergänzten die Installation. Auch der Weg zur Garderobe - ein schlichter Flur - wurde für die Veranstaltung zu einer Kunstausstellung, die den Besuchern die Historie der letzten 70 Jahre zeigte.
So wurde aus Archivmaterial ein Teil der Raumgestaltung. Und aus Dekoration wurde Storytelling.
Unterschiedliche Räume dürfen unterschiedliche Stimmungen haben. Der Marsiliussaal wurde bewusst anders gestaltet.
Braune Sofas und Sessel, Vintage-Teppiche, Stehlampen, Pflanzen, Beistelltische und Windlichter machten ihn zu einer Art Wohnzimmer innerhalb der Großveranstaltung.
Ein ruhiger, warmer Ort für Gespräche – als bewusster Kontrast zu Bühne, Programm und späterer Party.
Genau solche Gegensätze machen große Events spannend.

Über 1.000 Quadratmeter brauchen Struktur statt Fülle
Eine der größten gestalterischen Herausforderungen war der Große Saal des Gürzenich. Eine Fläche dieser Größenordnung einfach nur zu füllen, wäre leicht gewesen. Unsere Aufgabe war eine andere: Wir wollten dem Raum Struktur geben.
Denn bei einer Großveranstaltung entscheidet die Raumplanung wesentlich darüber, wie sich ein Event anfühlt. Sitzen hunderte Menschen in einem gleichförmigen Raster, entsteht schnell eine klassische Bankettatmosphäre. Für dieses Jubiläum wollten wir dagegen Offenheit, Bewegung und unterschiedliche Möglichkeiten der Begegnung schaffen.
Deshalb haben wir bewusst mit verschiedenen Tischformen und -höhen gearbeitet.
Eine Mischung aus Rundtischen, Banketttischen, Hochtischen und klassischen Stehtischen boten somit insgesamt Raum für rund 780 Gäste mit ganz unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnissen für das Event. Diese Mischung war keine rein gestalterische Entscheidung. Sie steuerte, wie Menschen den Raum nutzen.
An den Rund- und Banketttischen konnten (VIP)-Gäste länger sitzen und miteinander ins Gespräch kommen. Hoch- und Stehtische schufen dagegen offenere Bereiche für kürzere Begegnungen und mehr Bewegung. Gleichzeitig wurden die höheren Tische bewusst im hinteren Teil des Saals platziert, damit die Sicht auf die Bühne frei blieb.
Bei der Planung mussten außerdem Laufwege, Zugänge, Servicewege sowie Flucht- und Rettungswege berücksichtigt werden. Denn gutes Eventdesign funktioniert nicht unabhängig von den Anforderungen einer Location. Gestaltung, Sicherheit und Veranstaltungslogistik müssen auf demselben Grundriss funktionieren.
Auch die Bühne war Teil dieser Überlegung. Mit rund 18 Metern Breite bildete sie einen starken visuellen Bezugspunkt im Saal. Die Möblierung musste deshalb nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern Blickbeziehungen zur Bühne ermöglichen und gleichzeitig verhindern, dass sich die große Fläche zu statisch anfühlt. Um der Bühne einen Rahmen zu geben, installierten wir links und rechts große Fahnen.
Natürliche, abwechslungsreiche Floristik brachte zusätzlich Bewegung und Wärme in den Raum. Sie sollte die unterschiedlichen Tischsituationen verbinden, ohne die Architektur oder die Dimension des Saals mit übergroßen Inszenierungen zu überdecken.
Und auch der zeitliche Verlauf spielte bereits bei der Gestaltung eine Rolle: Der Große Saal war zunächst Show- und Diningroom. Später wurde vor der Bühne Raum für die Tanzfläche geschaffen.
Das bedeutet für uns Eventdesign auf dieser Größenordnung:
Wir gestalten nicht 1.113 Quadratmeter. Wir gestalten, wie sich hunderte Menschen auf diesen 1.113 Quadratmetern bewegen, begegnen, sitzen, sehen und feiern.
Genau deshalb beginnt gutes Raumdesign für uns nicht mit der Frage, was wir noch in einen Saal stellen können.
Sondern damit, welche Funktion der Raum im Gesamterlebnis übernehmen soll.

Eventdesign ist mehr als Dekoration
Zur Gestaltung gehörten nicht nur Floristik und Mobiliar.
Wir entwickelten und produzierten Beschilderungen, Ablaufpläne, Banner und weitere Werbematerialien, planten Akkreditierungsbereiche und gestalteten unterschiedliche Bühnen-, Tisch- und Barbereiche.
Vasen, Windlichter, Pflanzen, Teppiche, Fahnen und individuelle Brandingelemente verbanden die verschiedenen Bereiche miteinander.
Für uns bedeutet DESIGN, einer Veranstaltung eine visuelle Sprache zu geben. Eine Sprache, die zum Anlass, zur Location und zu den Menschen passt.
Gerade ein Haus wie der Gürzenich zeigt, dass gutes Eventdesign nicht zwangsläufig laut sein muss.
Manchmal besteht die eigentliche gestalterische Leistung darin, zu erkennen, was ein Raum bereits mitbringt – und was er noch braucht, damit daraus ein Erlebnis wird.
Ihr sucht Eventdesign, das nicht nur schön aussieht, sondern Raum, Funktion und Atmosphäre miteinander verbindet? Lasst uns darüber sprechen.





